ADAC Cimbern Rallye

Die wilde 13: Däne Kristian Poulsen gewinnt erneut die ADAC Cimbern Rallye


Kristian Poulsen / Ole Frederiksen gewannen die ADAC Cimbern Rallye

Die Rallyes in Angeln haben es dem Dänen Kristian Poulsen (Risskov) angetan: 2006 gewann er zusammen mit Co-Pilot Ole Frederiksen die Wikinger Rallye. 13 Jahre später kam er wieder zurück. Diesmal zur Cimbern-Rallye, der Wikinger-Nachfolgerin. Für Poulsen sollte der Auftaktlauf zur däni-schen Rallye-Meisterschaft eine „vorsichtige Standortbestimmung sein, schließlich bin ich schon lange keine Rallye mehr gefahren“. Der Auftakt verlief wenig optimal: Ein Reifenschaden auf der ersten Wertungsprüfung (WP) kostete über 22 Sekunden und warf ihn weit zurück. „Das war ich selbst schuld, ich habe einen Stein getroffen“, bekannte Poulsen. Dann begann die Aufholjagd, nach der sechsten von sieben WP übernahm er – wie 2006 zusammen mit Ole Frederiksen – im Škoda Fabia R5 die Führung und verteidigte sie bis ins Ziel. Auf fünf der insgesamt sieben WP fuhr er die schnellste Zeit, je einmal standen Ib Kragh und Roland Poulsen ganz oben auf der Zeitenliste. „Das ist hier eine richtig geniale Veranstaltung, ich hatte fast schon vergessen, wie gut die WP hier sind,“ strahlte Poulsen im Ziel. „Das ist natürlich ein perfekter Einstand in die Meisterschaftssaison. Ich komme wieder, aber jetzt dauert es keine 13 Jahre mehr.“ Wie im vergangenen Jahr sicherte sich der amtierende dänische Meister Ib Kragh (Juelsminde) den zweiten Platz bei der Cimbern. Mit Co-Pilotin Ditte Kammersgaard verlor er im Škoda Fabia R5 schon zu Beginn viel Zeit: „In den beiden ersten WP nervten uns Bremsprobleme, beim Versuch wieder etwas Zeit gut zu machen gab es dann in der dritten WP noch einen Dreher“, berichtete der sechsfache dänische Champion. „Aber mit Blick auf die Meisterschaft ist der zweite Platz hier sehr wertvoll.“ Auf den dritten Rang fuhr Kristian Poulsen‘s jüngerer Bruder Roland zusammen mit Co-Pilot Freddy Pedersen. Sie machten in ihrem Fabia R5 den Škoda-Dreifacherfolg bei der Cimbern 2019 komplett. Der jüngere Poulsen-Bruder lag bei seiner Cimbern-Premiere bis zum finalen Zuschauerrundkurs in Süderbrarup auf dem zweiten Platz. „Kristian und Ib sind hier wenige Minuten vor mir gestartet und kamen im Trockenen durch, ich habe dann im Regen die entscheidenden Sekunden und damit den zweiten Platz verloren. Aber Platz drei ist dennoch ein riesiger Erfolg, es gibt hier großartige Strecken und das ist insge-samt ein Super-Event – ich komme gerne wieder.“ 


 Ib Kragh / Ditte Kammersgaard kamen auf Rang 2

Drei Deutsche Teams in den Top-Ten

Als bestes Team aus Deutschland beendeten Martin Schütte / Kerstin David (Klein Nordende / Tangstedt) die Rallye im Mitsubishi Lancer auf dem siebten Platz. „Zu Beginn hatte ich gepokert und zu weiche Reifen aufgezogen. Dadurch haben wir uns in der zweiten WP gedreht und sind rückwärts in einen Graben gerutscht,“ berichtete Schütte. „Unser heimliches Ziel bei dieser sehr gut besetzten Veranstaltung in die Top-Five zu fahren war dadurch natürlich nicht mehr erreichbar. Aber egal wie, es war eine geniale Rallye und die WP gehören zu den Besten in Deutschland, ein riesiges Lob an die Organisatoren.“ Wer den Start von Schütte / David nochmals verfolgen möchte, kann dies auch in bewegten Bildern tun. Ein Team des NDR-Fernsehens begleitete die beiden, der Bericht im Schleswig-Holstein Magazin ist in der Mediathek des NDR abrufbar.
Mit Platz neun für Christian Riedemann / Christian Brünjes (Kirchdorf / Sulingen) im kleinen Citroen C2R2 und dem zehnten Rang für Andreas Dahms / Sarah Nolte (Sprenge) im Porsche 911 Carrera schoben sich zwei weitere Teams aus Deutschland in die Top-Ten. Die Lokalmatadoren Rolf Peter-sen (Westerrönfeld) und Jürgen Krabbenhöft aus Neuberend belegten im Mitsubishi Lancer Platz 17. „Bei dem starken Starterfeld wollten wir unter den besten 20 Teams landen, das haben wir gut geschafft. Es war wieder eine großartige Veranstaltung, die uns sehr viel Spaß gemacht hat“, freute sich Petersen im Ziel.


Beste deutsche: Martin Schütte / Kerstin David belegten Rang 7

Rallyefest zum Finale in Süderbrarup

Die Organisatoren der Motorsportfreunde (MSF) Idstedt rund um Rallyeleiter Rainer Haulsen (Schleswig) ernteten viel Lob für die Großveranstaltung. „Das riesige Starterfeld mit über 100 Teams und die vielen anerkennenden Worte der Teilnehmer, das tut uns richtig gut und bestätigt uns in unserer Arbeit“, freute sich Haulsen. „Ich möchte bei der Gelegenheit allen danken, die diese Veranstaltung erst möglich machen. Angefangen von den Helfern aus unserem Verein und vielen befreundeten Vereinen, den Feuerwehren, dem THW und den Sanitätsdiensten, den Genehmigungsbehörden und den vielen Anliegern an den Prüfungen, die für diese Rallye immer wieder Einschränkungen auf sich nehmen.“ Nur mit dem Wetter konnte sich Haulsen nicht so richtig anfreunden. „Ausgerechnet beim Finale, dem Zuschauerrundkurs in Süderbrarup, kam es zu einem kurzen, aber heftigen Regenschauer. Die vielen, vielen Fans am Haupt-Zuschauerpunkt auf dem Team-Gelände ließen sich dadurch ihre Freude an diesem Rallyefest aber nicht nehmen.“


Die Lokalmatadoren Rolf Petersen / Jürgen Krabbenhöft sprangen auf Platz 17

Zahlreiche Fans an den Strecken

Nicht nur am Rundkurs in Süderbrarup, auch an den anderen Wertungsprüfungen war viel los. „Da muss man doch dabei sein, denn es ist genial, wenn hier so viel los ist“, freute sich Wolfgang Schwennsen aus Kirchholz. Mit Sohn und Enkelkindern standen direkt drei Generationen der Familie an der Sprungkuppe, unweit von Kirchenholz. „Es ist wirklich sehr schön zu sehen, dass so viele Leute an den Strecken stehen, und vor allem wenn man mal schaut, wo die alle herkommen.“ Für die Region hat die Cimbern Rallye eine große Bedeutung. „Im Gemeinderat von Mittelangeln waren wir einstimmig für diese Veranstaltung“, sagt Schwennsen, der als Fraktionsvorsitzender der SPD dem Rat angehört.  

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